Alle meine Farben

Heute möchte ich mich einem sehr bunten Thema zuwenden, nämlich der Farbe. Wir sind immer von vielen Farben umgeben, jede Pflanze, jedes Tier – sogar unser Körper hat Farbe in sich. Aber was ist denn Farbe genau? Was sehen wir da? Kann man mit jeder Farbe färben und was ist der Unterschied zwischen Pigment und Farbstoff? So werde ich heute mal über die Grundlagen philosophieren und plaudern – und dabei könnts auch wieder ein bisserl technisch werden – und anatomisch – ein bisserl halt.

Wenn wir von Farben reden, dann denken wir oft an das Pulver, das wir zum Färben von Stoff verwenden, an den Gatsch, den wir auf die Wände streichen oder auch an den Deckfarbenkasten aus der Schule. Aber ist das wirklich Farbe? Also was ist Farbe? Uh und jetzt wird’s ein bisserl physikalisch.

Viele von euch werden das sicher wissen und trotzdem möchte ich bei diesen Grundlagen beginnen, da Farbe dann in einem anderen Licht gesehen wird. Und da sind wir schon beim Thema – nämlich Licht. Als Licht bezeichnen wir die elektromagnetische Strahlung, die durch die Prozesse in der Sonne entsteht. Ob diese Strahlung nun ein Teilchen ist, oder „nur“ eine immatrielle Welle – darüber haben sich die Wissenschaftler schon seit dem 17. Jahrhundert gestritten. Da hat nämlich Christian Hygens die Wellenoptik begründet – sie gilt heute noch unverändert.

Und der berühmte Isaac Newton hat zur gleichen Zeit die Korpuskelvorstellung entwickelt – diese besagt, dass Licht ein Strom von kleinen und sehr schnellen Teilchen ist.

Zu den großen Denkern des Lichtes zählen auch Max Planck und Albert Einstein und was soll ich sagen – das Doppelspaltexperimen von Claus Jönsson im Jahre 1961 bestätigt nun dem Licht einen Wellen- und einen Teilchencharakter – also wir wissen alles, nur nix Genaues.

Also um es ein bisserl bildlicher zu sprechen – die Sonne sendet uns ihre Strahlen und wärmt uns – wir sprechen vom helllichten Tag. Wenn wir dieses Licht anschauen, sehen wir es transparent oder weiß. Auf der sonnenabgewendeten Seite kommen diese Strahlen nicht hin und wir haben Nacht – und die ist finster und schwarz – also schwarz wie die Nacht. Und so haben wir schon einmal zwei Unfarben – Schwarz ist die Abwesenheit von Strahlung und Weiß ist das gesamte Bündel an Strahlung.

Aber warum sehe ich eine schwarze Farbe am Tag? Das hängt mit unseren Augen zusammen. Wir denken im Alltag nie darüber nach, was wir genau sehen. Sehen wir wirklich die Gegenstände? Und jetzt wird’s ein bisserl philosophisch und anatomisch – eigentlich sehen wir nur, was die Gegenstände nicht brauchen können. Also das weiße Licht der Sonne – diese elektromagnetische Strahlung hat viele Frequenzen – das ist die Höhe und Schnelligkeit, mit der die Welle schwingt. Wenn diese Wellen nun auf einen Gegenstand treffen, dürfen einige Wellen in diesen Körper eindringen oder durchdringen und andere werden wieder zurückgeworfen. Warum das so ist, das findet ihr in den shownotes.

Und genau diese zurückgeworfenen Wellen gelangen nun in unser Auge. Auf der Netzhaut sitzen kleine Zellen, die sogenannten Photorezeptoren, sie analysieren die Zusammensetzung der Wellen und auch deren Intensität. Hier sehen wir aber noch nicht! Denn diese Information muss erst über Nervenbahnen an Gehirnareale auf der Rückseite des Kopfes gebracht werden. Wir haben sie Sehrinde genannt. Erst dort wird das Bild wieder zusammengesetzt und interpretiert, wobei es dort auch zu falschen Interpretationen kommen kann – zB. sehen wir Muster, wo keine sind oder wir sehen Schatten und meinen, wir haben eine Katze gesehen.

Ich stelle mir das immer gerne bildlich vor: Die Sonne sendet uns ihre Strahlen, wie die Seiten einer Gitarre, die in bestimmten Frequenzen schwingen und damit unterschiedliche Töne von sich geben. Diese Töne finden auf Gegenständen ihr Echo und sobald dieses Echo auf diese Knubbel in unserem Auge treffen, telegrafieren sie an die Leitstelle „blau ist da“ oder „rot ist da“ und die Leistelle bildet nun diese Punkte und verwandelt sie in eine Rose, einen Baum oder einen Wollpullover – und all diese Gegenstände erkennen wir durch unsere Erfahrungen und unsere Erkenntnisse wieder.

Und warum spielt diese ganze Physik und Anatomie in der Färbung von unserer Wolle so eine wichtige Rolle? Letztendlich ist es wichtig zu wissen, dass wir kein Ding in die Wolle geben und das Ding ist dann blau. Sondern wir packen eine Struktur, ein Molekül in unsere Wolle und diese Struktur nimmt einen Teil der Wellen auf und der alle anderen werden reflektiert. Dieses Wissen ist dann vor allem bei den Pflanzenfarben wichtig.

Aber ihr seht, Farbe hat viel mit unserem Wissen, mit unseren Erinnerungen und Erfahrungen zu tun. Wir können nicht überprüfen, ob jeder blau, rot oder gelb gleich wahrnimmt. Es gibt auch Studien, die besagen, dass Männer Farben anders wahrnehmen als Frauen.  So hat ein Forscherteam von der City University of New York in einer Studie bekanntgegeben, dass Männer Details wesentlich schärfer erkennen und Frauen feinere Farbunterschiede wahrnehmen können. Sie vermuten, dass das männliche Hormon Testosteron daran schuld sei. Das menschliche Sehzentrum erkennt offenbar schon im Mutterleib dieses Hormon und das beeinflusst dann auch die Entwicklung.

Auch die Wahrnehmung von Wärme kann durch Farbe beeinflusst werden. In der Studie „Colour-Temperature Correspondences: When Reactions to Thermal Stimuli Are Influenced by Colour“ von Hsin-Ni Ho et al wird bestätigt, dass Farbe Einfluss auf unsere Wärmewahrnehmung hat – und ja, wenn ich die Farbe rot sehe, fühlt sich das wärmer an, als wenn etwas türkis ist.

Dieses Wissen können wir in unseren Projekten einfließen lassen. So können wir Projekte für Frauen bunter machen und jene für Männer strukturierter. Wir können Pullover für den Winter in roten Tönen stricken und jene für den Sommer in blau-grünen.

Aber wie wird nun aus einer weißen Wolle eine blaue, eine gelbe oder eine grüne? Welche Arten von Farbstoffen gibt es und warum färbt eine Pflanze und die andere nicht? Was macht Farben haltbar?

Oje, dieses Kapitel ist sehr groß und ich werde mich bestimmt bald damit für euch auseinandersetzen. Über die Grundlagen sind wir jetzt einmal drübergehuscht und finden uns demnächst im Kapitel Farbstoff und Pigment.

Vielleicht sollten wir uns im kommenden Winter auch mit roten Sachen umgeben, damit wir die Kälte nicht so sehr spüren – also mein Tipp für die heurige Saison: rote Pullover und rote Socken. Ich habe in der Prepperecke ja schon viel über das Wasser, die Nahrung und das Heizen erzählt. Oft braucht man nicht allzuviel, um zumindest über die ärgste Zeit zu kommen. Was wir aber noch nicht besprochen haben, ist die Kommunikation.

Ihr wisst, wenn es wirklich zu mehrstündigen oder mehrtägigen Stromabschaltungen kommen sollte – was wir alle nicht hoffen – dann werden unsere Handys genau für 20 Minuten noch funktionieren. Länger wird der Rundfunk funktionieren – also hoffe ich – und so ist es durchaus sinnvoll, ein Kurbelradio anzuschaffen. Diese Kurbelradios gibt’s mit integrierter Taschenlampe und halten erstaunlich lange und kosten nicht die Welt. Sie brauchen keine Batterien, die sind schon eingebaut und allein durchs Drehen der Kurbel werden diese geladen. Damit kann man zumindest staatliche Anweisungen und Informationen bekommen.

Schwieriger wird’s bei der persönlichen Kommunikation. Wichtig bei einem Stromausfall: ruft sofort eure Liebsten an oder schreibt ihnen, wo und wann ihr euch trefft, wer abgeholt werden kann bzw. wie wer nach Hause kommt. Am besten macht man sich jetzt schon aus, wer wo wie wartet oder wohin man geht, wenn was passiert. Besonders für Schulkinder ist diese Klarheit notwendig.

Aber wenn nun die Kommunikation über mehrere Tage ausfällt – wie erreiche ich dann meine Lieben, die weiter weg wohnen? Da gibt’s nun 2 Möglichkeiten, sollte ein Hinfahren und nachschauen nicht möglich sein: erstens – das gute alte Funkgerät. Ein CB-Funkgerät braucht keine Genehmigungen und ist im second-hand-Bereich oft sehr günstig. Ich kann mich erinnern, bei guter Lage – also auf einem Hügel oder Berg – sind wir damals in den frühen 80ern von der Obersteiermark aus bis nach Slowenien gekommen. Natürlich braucht das ein bisserl einen Anlauf, aber vielleicht wär das ein gutes Weihnachtsgeschenk für eure Mamas oder Papas?

Die zweite Möglichkeit sind Informationsketten. Diese sind viel komplizierter und aufwendiger und auch sehr viel anfälliger, aber oft sehr hilfreich. Für den Aufbau so eines Netzwerkes muss ich folgende Fragen beantworten: Wie weit kann ich gehen und wen kenne ich? Welche Personen würden da mitmachen? Gibt es eine zentrale Stelle, die Listen aufstellen kann und Netzwerke zeichnen kann? Mithilfe so eines Netzwerkes könnte man alle miteinander verbinden und Informationen austauschen – die Gemeinde, der Bürgermeister, die Feuerwehr könnten Informationen über Wasser- und Medikamentenausgabestellen weiterleiten und hilfsbedürftige Bürger könnten so Hilfe anfordern. Es ist nur eines nötig: absolutes Mitmachen – fällt ein Glied in der Kette aus, dann bricht die Information ab.

Welche Strategie ihr für euch auch findet, es wird vor allem für unser Kinder und unsere älteren Mitbürger wichtig werden, sich mitteilen zu können bzw. was zu tun ist, wenn der Strom weg ist. Besprecht es am besten schon jetzt und hofft, dass wir das nie brauchen werden.

Die Vermessung der Wolle

So viele Rassen es an Schafen gibt, so viel unterschiedliche Wolle gibt es. Und nicht nur das. Auch wo und wie das Schaf lebt, was es frisst, wieviel Regen es ausgesetzt ist, wieviel Stress es hat, ob es gelammt hat oder nicht und noch vieles mehr hat Einfluss auf die Wolle. Und so haben sich die Menschen, die mit Wolle gehandelt haben, schon immer mit der Zu- und Einordenbarkeit der Wolle, ihrer Qualität und ihrer Feinheit beschäftigt.

Schon seit der Bronzezeit bewerteten die Menschen die Wolle anhand ihrer optischen und taktilen Eigenschaften – also wie sie ausschaut und wie sie sich anfühlt. Sie sortierten die Wolle nach ihrer Feinheit, dem Crimp – also wie gekräuselt sie ist -, der Farbe und nach der Faserlänge und Faserbrüchigkeit. Daran hat sich bis heute nicht verändert, nur die Methoden, die verwendet wurden, haben sich enorm verfeinert. Heutzutage spielt auch die DNA der Schafe bei der Beurteilung eine Rolle. Natürlich wussten die Menschen damals – sogar schon vor der Bronzezeit – um die Zuchtmöglichkeiten – wenn sie auch nicht von der DNA wussten. Rund 3000 vor Christus begannen sie mit der Zucht von Schafen. In der Bronzezeit gab es schon Schafrassen in Westasien, die ähnlich zu unseren heutigen sind. Von dort aus kamen die Schafe dann nach Nordafrika und Europa. Im antiken Griechenland – ungefähr um 200 vor Chr. – wurden Schafe, deren Züchtung und sogar die Produktion von Schafwollprodukten in den Schriften von Virgil, Varro und Columella beschrieben. Demnach gab es wohl bis zu 10.000 Schafe an einem einzigen Bauernhof.

Die Züchtung von feineren Wollschafen wurde perfektioniert und so entstand auch das Merinoschaf. Das Merinoschaf war so begehrt, dass es sogar ein Ausfuhrverbot aus Spanien für diese Schafe gab. Erst 1789 schenkte der spanische König Charles IV 6 Merinos der holländischen Regierung. Später gelangte es dann nach Australien, wo sich eine echte Industrie rund ums Merinoschaf aufbaute.

Und alles, was Industrie heißt, heißt auch Messen, Wägen und Dokumentieren. 1924 wurde nun in Australien die IWTO – die Internationale Wollhandelsorganisation – mittels eines Vertrages zwischen Großbritannien und Frankreich gegründet. In den folgenden Jahren kamen Länder wie Deutschland, Belgien, Italien und der Tschechoslowakei dazu. Bald wurde der Ruf nach der Standardisierung der Wolltestung laut und so wurden die Verfahren von der American Society for Testing and Materials (ASTM) übernommen. Die Testverfahren wurden verfeinert und so wurde 1957 die AWTA LTD – die Australian Wool Testing Authority Ltd – gegründet.

1970 kam es dann zum Australian Objective Measurement Project – zur Erforschung von standardisierten Verfahren, um Wolle zu vermessen. Diese Verfahren wurden dann ab 1972 zum Maßstab für den Handel. Natürlich gab es seit den 80er Jahren weitere Verfeinerungen und Anpassungen. Die Ergebnisse dieser Messungen haben einen enormen Einfluss auf die Preisgestaltung der Rohwolle – sie kann zwischen 1 AU Dollar pro Kilo und 500 AU Dollar pro Kilo liegen.

Die zugrunde liegenden Messungen betreffen nun:

  1. Den Faserdurchmesser – je geringer dieser ist, desto höher ist der Preis. Das ist auch der wichtigste Messfaktor
  2. Ertrag an sauberer Wolle – je höher dieser Ertrag ist, desto höher ist natürlich auch der Preis
  3. Einstreu in der Rohwolle – je mehr Einstreu vorhanden ist, desto geringer ist der Preis, da das Entfernen von Pflanzenmaterial sehr kostspielig ist.
  4. Die Art der Wolle – an welchem Körperteil die Wolle gewachsen ist, hat auch einen Einfluss auf den Preis – die Beine haben einen sehr viel geringeren Preis als der Hals.
  5. Die Stapellänge – zu kurze und zu lange Wolle haben einen geringen Preis
  6. Die Stapelstärke – wie leicht kann sie brechen? – je stärker die Faser, desto höher ist der Preis.
  7. Auch die Position, wo der Stapel dann bricht, hat einen Einfluss auf den Preis
  8. Die Farbe der Wolle – je weißer die Wolle ist, desto höher ist ihr Preis
  9. Chemische Verschmutzungen durch zB. Pestizide und Umweltgiften verringern den Preis ebenso.

Und wie geht nun so ein Testvorgang vor sich?

Es wird ein Core-Sample entnommen – dh. aus einem gepressten Wollballen wird eine Probe aus der Mitte des Ballens genommen. Dies erfolgt nach einem standardisierten Verfahren mittels Maschinen. Je 12.000 kg wird 150 gr Probenmaterial entnommen.  Und in diesem Verfahren wird jeder Ballen untersucht. Die Berechnung für die Minimumzahl der Probenentnahmen findet ihr auf der Seite des Woolmark trainingcenters – ich habe euch die Seite wieder verlinkt.

Für die weiteren Testungen werden ein Projektionsmikroskop, ein Laserscan, ein Airflow und ein OFDA benötigt.

Das Projektionsmikroskop ist ein Mikroskop, das die Aufnahme auf eine transparente Bildwand projiziert – die Darstellung wird besser sichtbar.

Der Laserscan tastet die Oberfläche der Probe ab und kann somit über Oberflächenstrukturen Informationen bereitstellen.

Der Airflow kann den Durchmesser durch Strömungswiderstand messen.

Und der OFDA – ausgeschrieben heißt das “The optical fibre diameter analyser“, was soviel wie optische Faserdurchmesseranlyse bedeutet – misst den Querschnitt der Faser.

Wie diese nun genau funktionieren, habe ich euch unten in den shownotes verlinkt.

Die Testung der Wollprobe muss unter standardisierten Bedingungen stattfinden, da sonst die Ergebnisse nicht verglichen werden könnten. So ist es unter anderem auch wichtig, den genauen Feuchtigkeitsgrad einzustellen. Auch ist ein standardisiertes Waschverfahren notwendig, um den Verschmutzungsgrad genau feststellen zu können.

Danach wird die Probe mit NaOH, also Natriumhydroxid – (im gelösten Zustand heißt es auch Natronlauge) behandelt, um organisches Material zu entfernen. Das entfernte Material wird danach gemessen.

Die Menge des verbleibenden Wollfettes wird nur das Spülen mit Ethanol – wir kennen Ethanol unter dem Begriff Spiritus – gemessen. Die anschließende Differenzmessung des Wollgewichtes bestimmt diesen Gehalt.

Der Restgehalt an Verschmutzung wird über Veraschung gemessen. Dabei wird die Wolle auf 750 Grad Celsius erhitzt. Da Wolle kaum entzündbar ist, verascht nur das Beimaterial, das dann gemessen werden kann. Über die Brennbarkeit von Wolle bzw. über ihren Selbstlöschmechanismus werde ich ein anderes Mal sprechen.

Die nun verbleibende Wolle wird nun gewogen und ins Verhältnis zur Rohwolle gesetzt. Je mehr Gewicht nun durch diesen Reinigungsprozess abfällt, umso weniger Wert hat die Wolle und umso weniger Profit kann am Weltmarkt gemacht werden.

Weitere Messtechniken und die Anleitung zu diesen Messungen findet ihr im woolmark trainingscenter. Übrigens das Woolmarkzeichen kennt ihr bestimmt, es wurde 1964 von der IWTO erfunden und ziert alle geprüften Wollprodukte. Ihr findet es aber auch auf jedem Wollwaschmittel. Den link zu diesem Zeichen findet ihr natürlich in den shownotes.

Derzeit gibt es 6 IWTO Labore, die solche Messungen zertifiziert vornehmen können. Das nächstgelegene Labor befindet sich in North Wales, das wiederum sich seit dem Brexit außerhalb der EU befindet. Welche Ausreisebestimmungen für Rohwolle aus der EU nach Großbritannien zurzeit nötig sind, kann ich euch leider noch nicht sagen, aber ich werde es recherchieren.

Was halte ich nun persönlich von diesen Zertifizierungen. Einerseits verstehe ich die Industrie, wenn sie nur die beste Qualität verarbeiten möchte. Ich verstehe die Einkäufer, die genau wissen wollen, welches Produkt sie kaufen. Auch ich habe mit der Verschmutzung der Rohwolle zu kämpfen – es kam auch schon vor, dass von 100 kg gekaufter Rohwolle gerade einmal 20 kg gesponnene Faser herauskam, da der Boden, auf dem die Schafe stehen, sehr lehmig war und die Fasern voll davon.

Andererseits verleitet uns diese Art der Messung dazu, das Schaf nicht mehr als Tier, als Lebewesen zu sehen. Es wird zur Produktionsmaschine, die gefälligst sauber zu sein hat. Dabei werden unterschiedliche Techniken zur Erhaltung der Sauberkeit der Wolle angewandt – zB durch Abdeckung der Wolloberfläche oder durch Stallhaltung. Solche Standards verleiten einfach dazu, von Tierhaltung auf Produktion umzustellen.

Außerdem wird der Fokus auf eine Sorte von Wolle gelenkt. Je weicher, je weißer, desto höher ist der Preis. Alte, widerstandsfähige Schafrassen bleiben dabei oft auf der Strecke und sind vom Aussterben bedroht. Um eine Artenvielfalt zu erhalten, die dann gesunde, starke Lämmer zur Welt kommen lässt, muss auch das Augenmerk auf Diversität gelenkt werden und dahingehend auch der Preis gelenkt werden. Unter dem Motto: jede Wolle ist wertvoll – wir müssen sie nur richtig einsetzen – kann so eine Artenvielfalt wieder wertvoll werden. Es ist nicht sinnvoll, dünne, feine Fasern für Socken zu verwenden, um sie dann mit viel Plastik haltbar zu machen. Auch wenn uns die Industrie das einreden mag. Dafür gibt es andere Wollsorten.

Auch der Umweltgedanke spielt dabei eine Rolle: warum sollte ich denn Wolle färben, wenn es wunderbare Naturfarben gibt? Die Palette reicht von weiß über gelb, braun, grau bis anthrazit und schwarz und in Mischungen alles dazwischen.

Standardisierte Verfahren führen zu standardisierten Produkten – was natürlich die Kaufsicherheit und die Preissicherheit gewährleistet. Wir befinden uns in einem großen Dilemma – wollen wir Artenvielfalt oder Kaufsicherheit? Und dieses Thema betrifft nicht nur die Wolle – sie betrifft auch unsere Lebensmittel – angefangen von den Gurken über die Äpfel bis zu Milchabgabemenge.

Sprang

05.08.2022

Wie das letzte Mal angekündigt, möchte ich heute eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheitsfamilie euch vorstellen – die Sprangtechnik. Diese Netztechnik ist sogar älter als das Weben. Frau Dr. Karina Grömer schreibt in ihrem Buch „Prähistorische Textilkunst in Mitteleuropa“, dass Netztechniken schon in der Alt- und Mittelsteinzeit bekannt waren. Das bedeutet, dass diese Art von Geweben schon seit über 8000 Jahren von uns Menschen gefertigt und getragen wird. Da aber das verwendete Biomaterial – also Garne aus Wolle oder Bast – sich sehr leicht abbauen, fand man die ersten handfesten Beweise in Form von Abdrücken erst ab der Jungsteinzeit. In ihrem Artikel „Textilabdrücke an den Innenseiten von Tiegeln aus Erdeborn“ erzählt Frau Dr. Karina Grömer von  flächig eingedrückten textilen Strukturen in Gefäßbruchstücken, die von Sprangtechniken stammen könnten.

Solche Abdrücke können durch die Produktion der Gefäße selbst entstehen oder aber beim Gebrauch der Gegenstände – so wie bei diesem Fund – auf der Innenseite von Salztiegeln, die für das Sieden von Salz benutzt wurden.

Das erste erhaltene Spranggeflecht fand man im Grab der Frau von Borum Eshoj, das aus der Bronzezeit, also um ca 1300 vor Christus, stammt. Als Borum Eshoj bezeichtnet man die Hügelgräber, die nahe Arhus im dänschen Jütland liegen. 1871 wurde das Grab dieser 50 – 60jährigen Frau gefunden. Leider wurde dies nicht von Archäologen gefunden, die Funde gelangten aber dennoch ins Nationalmuseum, wo man sich nun das gut erhaltene Haarnetz anschauen kann. Wer sich gerne das Grab online anschauen und sich näher über die 40 anderen Gräber, die dort gefunden worden sind, informieren möchte, dem habe ich wieder die links dazu in die shownotes gestellt. Außerdem findet ihr dort auch die links zu den Artikeln mit den Abdrücken auf den Gefäßbruchstücken.

Sprang begleitet uns also schon wirklich lange und verbreitete sich mit den Völkern. Wir finden es in den römischen Siedlungen in der Schweiz, als auch in koptischen Gräbern in Ägypten. Und wenn viele Menschen über lange Zeit eine Technik ausüben, wird diese auch perfektioniert und kreativ angepasst. Findet man am Anfang nur Haarnetze und Aufbewahrungsnetze, so findet man im 6. Jhd nach Christus in Norwegen auch Beinlinge, die mittels Bändern aus der Brettchenwebtechnik verhübscht wurden.

Sogar in Südamerika und Asien wurde die Sprangtechnik gefunden. Diese Funde reichen bis ca 1100 Jahre v. Christus zurück.

Aber obwohl sie über tausende von Jahren verwendet wurde und sie im Grunde nicht schwer zu erlernen ist, geriet sie in Vergessenheit. Dabei bietet diese Technik viele Vorteile:

das Geflecht ist dehnbar und stabil zugleich,

es kann sehr dicht und auch wenig dicht geflochten werden und bietet daher eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten,

durch die Dehnbarkeit kann ein Kleidungsstück für viele Körperformen ohne Änderung angefertigt werden und

in der Aufbewahrung sind Sprangbeutel sehr klein und dehnen sich im Gebrauch aus.

Also wie funktioniert Sprang nun? Das wichtigste zuerst: Die Kettfäden sind oben und unten fixiert. Wenn man nun in der Mitte zwei Fäden verkreuzt, so wirkt sich das nach oben und nach unten aus – man arbeitet also bidirektional. Und das bedeutet nun, dass man niemals loslassen darf, da sich sonst das Geflecht wieder auflöst.

Um genau nachzuschauen, wie Sprang funktioniert habe ich euch ein gutes Video von Sally Pointer in den shownotes verlinkt. Auch eine Seite mit Anleitungen von spätrömischen und byzantinischen Haarnetzen findet ihr in den shownotes.

Das Wort Sprang kommt aus dem Schwedischen Spranging, was so viel wie „laufend“ bedeutet. Ob damit gemeint ist, dass man seine Finger laufend bewegt oder dass es sich auftrennt sobald man es loslässt, sei dahingestellt.

Wie schon erwähnt werden die Kettfäden oben und unten fixiert. Man arbeitet nun von rechts nach links und dreht oder kreuzt die Fäden – ähnlich der Klöppeltechnik. Bei dieser Technik gibt es keinen Schussfaden, das Gewebe entsteht alleine durch das Verdrehen der Fäden. Dadurch, dass es oben und unten fixiert ist, wird entsteht durch Drehen der Fäden in der Mitte eine Kreuzung oberhalb und unterhalb der Mitte. Fixiert werden diese Kreuzungen und Drehungen durch Stäbchen, die ein Zurückdrehen verhindern. Diese Stäbchen wandern nun mit jeder Reihe weiter bis man nun das Gewebe in der Mitte angelangt ist und keine Drehungen mehr möglich sind. Um nun dieses Gewebe endgültig zu fixieren, hebt man den rechtesten Strang über den nächstfolgenden und dann wieder über den nächsten – vergleichbar mit dem Aufheben von Maschen im Strickgewebe. Die letzte Masche wir mit einem Randfaden vernäht bzw. mit Bändern fixiert.

Wofür kann man nun diese Technik verwenden? Ja, da ist der Kreativität keine Grenze gesetzt – allein auf Pinterest gibt es unglaubliche Dinge zu bestaunen – angefangen von Haarnetzen über Shirts bis hin zu Hängematten und Einkaufsnetzen. Schöne Anleitungen findet man auch auf Youtube und in der Facebookgruppe. Und welches Garn sollte man verwenden? Da die Technik alleine schon elastisch ist, sollte man je nach Verwendung auch das Garn anpassen. Für stark beanspruchtes Gewebe wie einem Einkaufsnetz oder einer Hängematte sollte man auf ein nichtelastisches Garn setzten – zB. Leinen oder Hanf. Wenn es sich noch stärker ausdehnen soll, dann wird man mit Wolle glücklich. Jedenfalls ist diese Technik eine sehr spannende und es lohnt sich, diese wieder aus der Mottenkiste herauszuholen. Dazu ist sie so einfach, dass sie auch für kleine Kinder gut geeignet ist – als Tipp für unsere Kindergärtner und Volksschullehrer.

Zu Besuch bei: Keltenwelt Frög

Heute schauen wir einmal ins Nachbarbundesland Kärnten. Da fanden ja am letzten Wochenende die Archäologietage und das Keltentreffen in Frög statt.

Es war 1882 als der Landwirt Friedrich Seidl seinen Kartoffelacker umgraben wollte und dabei auf Gräber stoß. Er meldete den Fund und so konnten bald darauf 500 Hügelgräber von den Archäologen gefunden werden. Auf ca 10 Hektar fanden sie Gräber aus der Hallstattzeit, das heißt zwischen 800 und 450 vor Christus. Ein Schmerz war dabei – diese Gräber waren schon alle ihrer besonderen Schätze beraubt. Seit 1987 kann man nun diese Gräber und die noch vorhandenen Beigaben in der Keltenwelt in Frög anschauen, 2002 kamen dann die Nachbauten der Häuser dazu. Frög befindet sich südlich von Velden am Wörthersee und so lohnt sich ein Ausflug, wenn man grad auf Sommerurlaub ist.

Von den 10 Hektar großen Gräberfeldern werden 1,5 Hektar für den Archäologiepark genutzt. Bei einem kleinen Spaziergang durch das Wäldchen erfährt man allerhand über die Lebensweise der Kelten, kann sich eine Replik eines keltisches Blockhaus – einer Werkstätte – anschauen – das übrigens sehr modern ausschaut. Auch die Replik einer Fürstenhallte und das größte Grab inklusiver Beigaben können besichtigen. Das größte Grab dort war übrigens ein Frauengrab. Frög gilt mit diesem Fund als eine Hauptstadt der Kelten.

Rund 15.000 Besucher kommen jährlich nach Frög und natürlich stellen die Archäologietage sowie keltische Feiertage ein fixer Bestandteil der Keltenwelt dar. Wer sich nun genauer über die Kelten in Frög informieren will, dem habe ich den Artikel „Das hallstattzeitliche Gräberfeld von Frög bei Rosegg“ von Paul Gleirscher in den shownotes verlinkt.

Der wesentlichste Fund sind wohl die Originalschmuckstücke, die im Frauengrab gefunden wurden.

Apropos Schmuckstücke – während der Archäologietage und dem Keltentreffen waren auch viele KunsthandwerkerInnen da und so traf ich auch auf Lydia von Orniello.  Sie stellte ihre tollen Schmuckstücke aus der Bronzezeit, der Eisenzeit und der Römerzeit aus. Außerdem durfte ich ein kleines Interview zum Thema Kelten und deren Schmuck mit ihr führen.

Abbildung 1 Lydia von Orniello

i: Hallo, wir melden uns heute aus der Keltenwelt in Frög. Heute gibt’s auch das große Keltentreffen und für all jene, die nicht die Gelegenheit hatten, eben hier dabei zu sein, werde ich jetzt einen kleinen Rundgang mit euch machen. Und das erste, was mir auffällt, ich finde hier die Lydia – nämlich die Lydia von Orniello. Hallo Lydia!

L: Hallo!

i: Also du bist ja Archäologin, kannst du uns irgendwas über die Kelten erzählen? Wann sind die Kelten bei uns gewesen und warum waren sie genau bei uns? Und sind das unsere Vorfahren?

L: Also die Kelten waren in Österreich – eigentlich in ganz Mitteleuropa – so ungefähr zwischen  – ich sag jetzt mal ganz grob – 800 vor Christus bis 15 vor Christus in Österreich. Da gibt’s die Hallstattzeit und die Laténe-Zeit, beide gehören zur sogenannten Eisenzeit, weil da eben das Eisen aufgekommen ist. In der Hallstattzeit, da streitet man sich da noch ein bisserl, sind das jetzt wirklich Kelten oder sogenannte Protokelten. Waren sie keltisch oder waren sie noch nicht ganz keltisch. Jedenfalls ist das eben die ältere Eisenzeit und das ist auch die Zeit, wo wir uns hier in Frög befinden. Das Gräberfeld ist aus der Zeit und hier war eine große Fürstenfamilie, eine bedeutende Familie, ansässig.

i: Und ich seh da grad, du hast da wunderbaren Schmuck. Wie war das mit den Kelten, wie haben die sich denn geschmückt? Welches Material haben die gehabt? Und wie ist das verarbeitet worden?

L: Also grundsätzlich, die Kelten haben sehr, sehr viel aus Bronze getragen. Bronze war so das Material für Schmuck, natürlich auch Gold ebenso, aber Gold war eben sehr teuer. Und deshalb war Bronze oft das Mittel der Wahl, es war auch teuer, hat geglänzt und findet man auch überall bei den Beigaben. Ganz, ganz viel von der Bronze wurde gegossen und dann weiterverarbeitet. Es schmückten sich Männer wie Frauen. Wir haben ganz reiche Grabausstattungen, ganz reiche Funde mit Bronzeschmuck und als zweites Material für die Kelten dann in der Laténe-Zeit, also in der späteren Eisenzeit, war dann Glas. Glasperlen waren auch so das keltische Schmuckelement. Durch die sind Glasperlen großgeworden, kann man sagen, vor allem gelbe und dunkelblaue, gerne mit Augenverzierungen. Also es sieht aus wie Augen, so wie wir es heute aus dem griechischen oder aus dem türkischem Raum noch kennen. Das kommt eben von den Kelten noch, das wurde eben noch beibehalten und ja – Bronze und Glas sind diese Elemente.

i: Ja, dann lass ich dich hier wieder in der Keltenwelt zurück und ihr findet die schönen Exponate wieder unter Orniello. Ich verlinke es euch wieder in den shownotes.

Ja, Glasperlenketten waren und sind noch immer Lieblingsstücke für uns Frauen. So hat ja auch Murano bei Venedig seinen Bekanntheitswert für uns. Deshalb kann ich persönlich auch die keltischen Frauen verstehen, wenn sie sich mit den Glasperlen schmücken wollten. Beliebt waren die Augenperlen, also Perlen, die einen schwarzen Punkt in einem größeren weißen Punkt haben und damit wie Augen ausschauen. Die ältesten gefundenen Augenperlen stammen aus dem 15. Jahrhundert vor Christus und wurden in Ägypten gefunden. In Mitteleuropa gibt es diese Augenperlen ab der Urnenfelderkultur, diese Funde stammen von etwa 1050 v. Christus. Ab der Eisenzeit kommen diese Funde häufiger vor.

Dieser Kunst – nämlich der Kunst des Perlendrehens – hat sich Karin Freitag verschrieben. Karin stellte ihre Repliken der keltischen und römischen Glasperlenketten aus und so konnte ich nicht widerstehen und musste mir natürlich auch eine zulegen. Auch sie war so lieb und gab mir ein Interview.

i: So und jetzt sind wir bei der Karin. Hallo, liebe Karin.

K: Hallo!

i: Die Karin ist eine Glaskünstlerin und zwar bläst sie per Mund das Glas und macht Glasperlen. Liebe Karin, wie bist du jetzt überhaupt zu deiner Kunst gekommen?

Abbildung 2 Karin von flammenzauberei

K: Also mich haben schon als Kind – da sind wir sehr viel schon mit meinen Eltern nach Venedig gefahren, nach Murano, und da haben mich die kleinen Figuren interessiert. Und da ich die Eigenschaft habe, mir immer selber auch etwas zum Geburtstag zu schenken, hab ich mir vor gut 17 Jahren jetzt so ein Einsteigerset Glas gekauft und es hat mich so fasziniert, dass ich einfach dabei geblieben bin.

Dann bin ich in die historische Szene gekommen und da gabs noch damals sehr wenige Glasperlendreher – so, ich darf etwas korrigieren: ich blase nicht, ich drehe…

i: Entschuldigung 😉

K: …das Glas – und mich fasziniert das hauptsächlich, weil die damals am Lehmofen das gemacht haben. Für mich ist das heute noch am modernen Brenner recht schwer teilweise, die ganzen Sachen zu machen und es ist faszinierend, wie die das damals einfach am Lehmofen gemacht haben.

i: Und wir sind jetzt in der Keltenwelt und welche Glasperlen haben die Kelten eigentlich bevorzugt. Was waren die besonderen Merkmale oder Farben?

K: Farben hauptsächlich in der Keltenzeit waren Gelb, Blau und Weiß. Das wurde auch teilweise sehr viel getragen, grad von den Frauen. Im Gegensatz zu den anderen Jahrhunderten haben die Männer fast kein Glas getragen. Sie haben höchstens einmal eine Amulettperle getragen, die Frauen haben dafür schön geprotzt – haben viel Glas gehabt, haben auch am Gürtel Amulettperlen gehabt oder auch als Spinnwirtel. Rot gabs bei den Kelten noch nicht. Das ist auch eine Besonderheit. Rot tauchte erst mit den Römern auf, weil man da das Metalloxyd Gold braucht und die Kelten waren – meiner Meinung nach – nicht dekadent genug, Gold in die Glasschmelze zu werfen.

i: Und jetzt hast du auch Repliken – wie du auch angekündigt hast – wo kriegst du da deine Inspiration da her?

K: Also ich arbeite mit einigen Archäologen und Museen zusammen, die geben mir die Vorlagen und ich arbeite die dann nach, mit den genauen Maßangaben, mit den Farbtabellen und schau, dass ich für die Museen und auch Archäologen so genau wie möglich nacharbeite.  Und dabei darf ich dann die Muster für meine Verkäufe dann natürlich auch verwenden.

i: Und ich werde euch jetzt wieder in den shownotes die Webseite von der Karin verlinken. Dankeschön!

Karin findet ihr in Facebook, auf Instagram unter flammenzauberei – ihre homepage hab ich euch natürlich in den shownotes verlinkt.

Es waren auch viele HandwerkerInnen da – so zB. Andrea Höller, einer Archäologin, die die Handwerkskunst Sprang mir zeigte. Sprang ist eine Flechttechnik für Netze und netzartige Gewebe, sowie Gürtel.

Abbildung 3 Andrea mit der Sprangtechnik

i: So, jetzt sind wir bei der Andrea und die Andrea macht uns Sprang, also Sprang ist eine Webtechnik. Andrea, wie bist du dazu gekommen?

A: Also, ich hab schon immer gemocht, dass es Sprang gegeben hat. Haarnetze oder Hauben aus der Bronzezeit, Hallstattzeit, Wikinger auch und dadurch, dass so viele Leute weben, Brettchenweben, hab ich mir gedacht, ich schau, dass ich was Neues mache. Und da bin ich auf Sprang gekommen.

i: Und Sprang ist jetzt – wie kann man sich das vorstellen – wie macht man das?

A: Ja, also ich mache eine Kreuzung von Fäden, die hinteren und die vorderen Fäden werden gekreuzt und dann fixiert man sie mit den Nadeln, damit sie bleiben und dann die weitere Reihe fixiert man auch. Aber man gibt dann die ersten nicht raus – sonst löst es sich wieder auf. Wenn du die dritte Reihe gemacht hast, dann darfst du die erste wieder herausnehmen.

i: Ah – das heißt, unten und oben sind die Fäden fixiert und in der Mitte werden sie gedreht und dann festgemacht und dadurch wird das sozusagen gegenverkehrt gemacht.

A: ja oben und unten – ja genau. Dann arbeitest du von oben und von unten zur Mitte und dann kannst du in der Mitte irgendwie, z.B. mit der Häkelnadel,  verknüpfen oder du machst einen Faden durch und ziehst zusammen und du kannst die beiden zusammenklappen und annähen und dann hast du einen Beutel.

i: Ah, das ist aber toll. Ich werde ein kleines Video für euch machen und stelle es in den Blog und in den shownotes.

Über die Geschichte und die Herkunft der Sprangtechnik werde ich demnächst eine eigene kleine Episode machen.

Auch Edith war mit ihrer handgesponnenen Wolle, den Handspindeln und allerlei anderen Schaustücken da. Mit dabei war auch die schöne dunkle Keramik von Renate. Ich habe ihre Webseite natürlich auch in den shownotes verlinkt.

Abbildung 4 Edith in Action

Luca war auch mit seiner wunderschönen handgemachten Keramik anwesend. Auch Michael stellte seine handgemachten Lederschuhe aus.

Alle Homepages habe ich in den shownotes verlinkt.

Es gab noch viele Kunsthandwerker – leider habe ich nicht alle Webseiten für euch ausfindig machen können.

Wer von euch nun Lust aufs Museum hat und ein Event besuchen möchte, am 18. September gibt’s in Frög Tag der offenen Tür mit Ritschertfest und am 1. Oktober die Lange Nacht der Museen.

Auch in Frög kann man an diesen Festtagen Techniken erlernen, die stromlos funktionieren und uns in einer Krise helfen können. Apropos stromlos. Zur Zeit werden viele Stromaggregatoren zu horrenden Preisen angeboten. Mein Tipp dazu: fragt euch einmal, wozu ihr Strom denn überhaupt brauchen könnt, wenn es einen blackout gibt. Handys kann man zwar aufladen, bringen aber nichts, da die Stromversorgung der Handymasten nur zwischen einer halben Stunde und ein paar wenigen Stunden gewährleistet ist. Strom für die Lichtversorgung ist nicht unbedingt notwendig, da es bessere Methoden gibt, als diese mit einem dieselbetriebenen Stromaggregat zu betreiben. Zum Beispiel gibt es solarbetriebene Lampen, die während des Tages die Batterien über Solartechnik aufladen und man dann einige Stunden Licht hat. Auch gibt es Lampen, die mit Handkurbel zu bedienen sind. Diese Techniken sind weitaus effizienter und auch abgas- und lärmschonender. Wer nun denkt, dass man mittels Stromaggregat effizient heizen und kochen kann, den muss ich enttäuschen. Es gibt nur selten Stromaggregate, die das leisten können und diese sind dann aber unglaublich teuer. Auch sollte man bedenken, dass diese ja mit Diesel betrieben werden und wir ja nicht ausschließlich eine Stromkrise sondern auch eine Benzin-, Diesel- und Gaskrise haben. Also macht euch eine Liste, wofür ihr Strom wirklich benötigt – z.B. für die Sauerstoffflasche für einen eurer Angehörigen, die so etwas brauchen – da macht es wirklich Sinn. Lagert euch aber dafür auch genügen Treibstoff ein.

Jeder sollte sich aber jetzt im Sommer schon Gedanken machen, was noch benötigt wird und jetzt vorsorgen. Versucht einmal den Hauptschalter für einen Tag auszuschalten und überlegt, was euch dann wichtig wäre. Eine Notfallübung im Kleinen – denkt aber an die Kühlgeräte, die müssen entweder vorher leer sein oder lasst diese eingeschaltet. Im Notfall solltet ihr aber einen Plan haben, was ihr mit den gekühlten oder eingefrorenen Lebensmitteln tut. Im günstigsten Fall für diese Lebensmittel haben wir dann Minustemperaturen und ihr könnt sie draußen lagern.

https://www.zobodat.at/pdf/Rudolfinum_2002_0035-0064.pdf

Home

https://www.flammenzauberei.at/

https://mittelalterkeramik.jimdofree.com/

(email: bernhardschmid1@mgx.net)

http://www.miluca.it/

http://boier.de/

https://www.facebook.com/BzHaLT/

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https://www.archaeotechnik.at/

https://glasperlen-repliken.at

http://www.touta-nanto-en.de

https://www.facebook.com/Brann-i-Nord-246008165522804/

http://www.facebook.com/Daniel-Garulli-Mastro-liutaio-1374413266108583/

Anna und ihre Zackelschafe

Heute möchte ich euch gerne eine sehr alte und sehr bedrohte Schafrasse vorstellen: das ungarische Zackelschaf. Sein wissenschaftlicher Name lautet: Ovis aries strepsiceros Hungaricus.  Die Vorfahren der Zackelschafe, die Steppenschafe oder auch Urial, waren Wildschafe und lebten zwischen dem nördlichen Iran, Westkasachstan – also nördlich und südlich des Kaspischen Meeres und der pakistanischen Provinz Belutschistan, sowie im indischen Ladakh, was   nördlich von Kashmir liegt.

Im 5. Jahrhundert nach Chr. wanderten die Magyaren über den Kaukasus, in die Ukraine, dann weiter Richtung Westen in die ungarische Tiefebene und überquerten dabei die Karparten. Auf dieser Wanderung nahmen sie manche Tiere aus dem Osten mit und so gelangte auch das Zackelschaf in die ungarische Tiefebene. Zu dieser Zeit sahen die Zackelschafe aber noch ein bisschen anders aus, so hatten sie keine gedrehten V-förmigen Hörner. Die V-Form wurde erst im 17. Jhd erwähnt, die gedrehten Hörner traten erst durch die gezielte Zucht auf. Bis 1800 war das Zackelschaf die vorherrschende Rasse in Ungarn, wobei es in der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zu einer weiteren Verbreitung dieser Rasse in den Alpenraum kam

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Im 19. Jahrhundert kam es zu einem Niedergang dieser Schafrasse, da diese Schafe ja mischwollig sind und ab da an Schafe bevorzugt wurden, die feinwollig und schlichtwollig sind. Was schlichtwollig bzw. mischwollig bedeutet? Schlichtwollig bedeutet, dass das Schaf nur eine Art von Haaren hat – besonders beliebt ist dabei das Merino – es hat eine feine Wolle und eben nur diese. Bei mischwolligen Rassen haben wir ein Deckhaar, das sehr grob ist und eine Unterwolle, die feiner ist. Ein Beispiel für eine mischwollige Rasse neben dem Zackelschaf ist das Kärntner Brillenschaf, mit dem wir uns demnächst auch auseinandersetzen werden. Diese Wolle kann als Ganzes verwendet werden, zB. filzt die Wolle von Zackelschaf besonders gut, aber sie kann auch händisch aufgetrennt werden, sodass man eine grobe Wolle und eine feinere Wolle bekommt. Dieser Trennprozess ist natürlich mühsam und deshalb wird die Wolle entweder verworfen oder als Fell gegerbt. So verwendeten die ungarischen Hirten diese Felle auch als Kleidungsstück – wenn es trocken war, wurde die Wolle innen getragen, bei Schnee und Regen außen, da der Regen an der Wolle abrann und die Hirten so nicht nass wurden.

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Die Stapellänge der Deckhaare beträgt bis zu 30 cm und ist wellig bis lockig und hat einen Durchmesser von 40- 60 micron. Die Unterwolle ist wesentlich feiner, mit einem Durchmesser von 16 – 30 micron.

Ab 1903 galt das Zackelschaf als vom Aussterben bedrohte Rasse und ist heutzutage sehr selten in Österreich zu finden. So war es mir eine besondere Freude, Anna und ihre Zackelschafe in Kainbach bei Graz besuchen zu dürfen.

Interview

Ich hab natürlich gleich die Gelegenheit genutzt und hab mir von Anna die Lammwolle geben lassen. Also diese winzigen Locken sind sowas von süß. Aber auch die erwachsenen Tiere imponieren mit ihren gedrehten Hörnern – die übrigens alle Schafe haben – so auch die weiblichen. Die Hornlänge ist alters- und geschlechtsabhängig und kann bis zu 1 Meter betragen. Diese Art der Behornung hat nur mehr das Zackelschaf und so könnt ihr diese Hörner auch bei so manchem Krampuslauf bewundern.

Diese Schafe findet man in den Farben schwarz und weiß. Die Lämmer der weißen Schafe kommen zwar oft schon hell zur Welt, haben aber einen dunkelbraunen Kopf, meist auch einen dunklen Schwanz und dunkle Beine. Erst mit der Zeit wird die Wolle dann heller bis es eben diese schöne Cremefarbe hat.

Die Lämmer der schwarzen Schafe werden mit gekräuseltem, schwarzem Fell geboren. Dieses Schwarz wird mit zunehmendem Alter grau.

Die schöne Lämmerwolle, die ich von Anna bekommen habe, werde ich in Unterwolle und Grannenhaare teilen und mit der Unterwolle ein Garn drehen. Ich bin schon neugierig, wie sich dieses Garn dann als Socke anfühlen wird. Die Grannenhaare sind so lieb, ich werde die Locken versuchen, in einem Webprojekt zu verarbeiten. Vielleicht traue ich mich auch über ein Filzprojekt.

Diese Wolle der Zackelschafe ist durch ihre Mischwolligkeit besonders dicht und hält besonders gut warm. Und da möchte ich nun mit meinem neuen Projekt anschließen. Es geht um Wärme und wie man sich eventuell im Winter warmhalten kann, wenn die Heizung ausfällt. Wenn die Prognosen stimmen, kommt ein mühsamer Winter auf uns zu. Jene von euch, die ein Haus oder eine Wohnung mit Kaminanschluss haben, denen rate ich zu einem Holzofen mit Kochplatte oder auch einem Tischherd. Wer noch keinen besitzt, der sollte sich rasch danach umschauen, denn die meisten Händler sind schon ausverkauft und die Bestellzeit beträgt oft 9 Monate. Auch an Holz sollte jetzt schon gedacht werden – am besten gleich für 2 Jahre. So ist man wirklich unabhängig und kann sich einiges an Energiekosten sparen. Achtung aber bei den Pelletöfen! Viele dieser Öfen brauchen für den Betrieb Strom. Bitte schaut nach, ob euer Pelletofen auch ohne Strom funktioniert oder ohne Strom in Betrieb genommen werden darf. Ab was ist mit jenen, die eben keinen Kamin haben? Hier muss für Isolierung gesorgt werden. Isolierungsmatten können jetzt noch besorgt werden. Am besten man besorgt sich ein kleines Wurfzelt und diese Aluisolierungsmatten – aber die gepolsterten. Wenn es wirklich kalt wird, so kann man über das Wurfzelt die Isolierungsmatten legen und im Schlafsack darin gut warm schlafen. Natürlich ist das nur für den äußersten Notfall ein Mittel. Eine Wohnung wird man ohne Heizung und ohne Selbstgefährdung nicht wirklich warm bekommen. Ich rate von gasbetriebenen Heizungen in geschlossenen Räumen absolut ab. Ich rate eher zu einer Schichtkleidung aus Leinen und Wolle – Leinen oder Baumwolle am Körper und dicke Socken und dicke Wollkleidung – so kann man auch niedrige Temperaturen überleben. Denkt eventuell an alte Pelzmäntel – auf diversen Secondhandplattformen gibt es alte Pelzmäntel zum Spottpreis. Ja, ich weiß, die armen Tiere – aber im Flohmarktbereich sind diese Pelzmäntel schon alt, die Tiere sowieso schon tot und warum sollte man diese Mäntel wegschmeißen, wenn wir sie gut diesen Winter brauchen können. Ein echter Pelzmantel ist wirklich warm – darunter einen Naturwollpullover, evtl sogar eine Naturwollhose – da kanns dann schon wirklich kalt werden. Mein Tipp: schafft euch die Wärme körpernah, die Luft könnt ihr weder mit Kerzen noch mit Feuer gefahrlos erwärmen.

Jetzt ist die Zeit der Vorsorge, denn sollte im Winter der Strom und die Heizung ausfallen, ist es zu spät.

shownotes:

https://info.bmlrt.gv.at/themen/lebensmittel/trad-lebensmittel/Fleisch/Schaf-Ziege/zackelschaf.html

https://www.arche-austria.at/index.php?id=106

https://schaetzeausoesterreich.at/magazin/gesunde-nutztiere/zackelschafe/index.html

https://www.oebsz.at/rassen/schafrassen/zackelschaf/

https://www.alpinetgheep.com/zackelschaf.html

https://filznetzwerk.de/februar-2018-zackelschaf-walachenschaf/

Das Wunder des Lanolins

Das Schaf begleitet uns schon seit Tausenden von Jahren – genauer gesagt, gehen Historiker davon aus, dass das Schaf um ca. 8000 v.Chr. in Anatolien zu uns als Nutztier kam. Damals wurde es sicher zur Nahrung gehalten, aber bald merkten die Menschen, dass die Wolle der Tiere sehr nützlich ist.  Die Archäologen gehen davon aus, dass ab 6500 v.Chr. die Schafe auch wegen ihrer Wolle gehalten wurden. Eine sehr frühe Schafrasse ist das Zackelschaf, das vom Aussterben bedroht ist, aber in der Steiermark gehalten wird. In einer der nächsten Folgen möchte ich mich mit diesem außergewöhnlichen Schaf beschäftigen und eine Züchterin besuchen.

Schon damals wurde das Schaf geschoren und die Wolle dann ausgekocht. Meine persönliche Annahme ist, dass sie schon damals wussten, dass  man die Wolle besser verspinnen kann, wenn sie von den Verschmutzungen befreit ist. Und wahrscheinlich entdeckten sie, dass – wenn man die Wolle kocht und dieses Abwasser stehen lässt – sich ein Film an der Oberfläche bildet. Das Wollwachs war entdeckt.

Also wie – Wollwachs oder Lanolin? Gibt’s da einen Unterschied oder ist es dasselbe?

Und ja – es gibt einen Unterschied und dieser bzw. diese Unterschiede werden durch den Menschen immer größer. Wollwachs beinhaltet Lanolin – aber auch andere Substanzen. Im Laufe der Jahrhunderte und im Laufe der zunehmenden Verschmutzung durch den Menschen wurden auch die verunreinigenden Substanzen im Wollwachs mehr.

Aber beginnen wir einmal mit dem Lanolin – was ist genau Lanolin. Lanolin – also ich spreche hier vom pharmazeutischen Lanolin ist eine Mischung von wahrscheinlich hunderten von einzelnen Substanzen, die viel zu komplex ist, diese künstlich herzustellen. Es ist also nicht ein Stoff, sondern es sind hunderte Komponenten, die wir Lanolin nennen. Sie setzten sich überwiegend aus langkettigen Estern und anderen Estern zusammen. Was sind nun wieder langkettige Ester? Also langkettig bedeutet genau das: eine lange Struktur, die sich aus Kohlenstoff-Estern zusammensetzt. Und Ester? Das sind nun Substanzen die entstehen, wenn eine Säure mit einem Alkohol reagiert. Warum das nun genau Ester heißt, kann euch nur der Chemiker Leopold Gmelin sagen. Der hat nämlich diesen Begriff im Jahre 1850 aus dem historischen Begriff Essigäther abgeleitet. Wer sich von euch damit beschäftigen möchte, ich habe euch einen link in die shownotes gesetzt, wo ihr euch ein Video über diese Ester anschauen könnt.

Als gut – was wissen wir nun? Lanolin besteht aus hunderten Komponenten und dieses Lanolin neigt nun dazu, Verschmutzungen aufzunehmen. Diese verunreinigenden Substanzen kann man in 3 Kategorien einteilen: in Pestizide, in Tenside und in Kontaminierung durch Luftverschmutzung.

Pestizide sind für viele Schafbauern – besonders in Australien notwendig. Die Tiere werden damit besprüht, damit sich keine Milben, Fliegen und andere Tiere in der Wolle bilden.

Tenside kommen bei der Reinigung der Wolle zum Einsatz, es sind Waschmittel.  Laut EU-Verordnung müssen Tenside oder andere chemische Verbindungen zur Reinigung der Wolle benützt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Das größte Problem bei der Aufreinigung des Lanolins bildet aber die Umweltverschmutzung – besonders die Luftverschmutzung. So konnte man nach dem Golfkrieg Partikel der verwendeten Munition im Lanolin von asiatischen Schafen wiederfinden. Die Entfernung solcher Partikel ist sehr schwierig, da sie ja zuerst detektiert und erkannt werden müssen, bevor man überhaupt weiß, wie man diese entfernen kann. Dies war eben damals im Golfkrieg – welche Komponenten von den heutigen Kriegen, besonders dem Ukrainekrieg in der Luft sind, an die mag ich erst gar nicht denken. Aber so wie der Sahara-Sand, kommen auch diese Partikel zu uns und wir atmen sie ein, die Tiere atmen diese ein, sie fallen auch auf unseren Boden, wo unser Gemüse – aber auch die Nahrung unserer Tiere – wächst und eben auch auf unsere Tiere.

So muss man eben heutzutage von einer direkten Verarbeitung dieses Wollwachses eher abraten – dennoch hat das Lanolin Eigenschaften, die unserer Haut sehr gut tun.

Welche Eigenschaften hat nun Wollwachs? Das Wollwachs schmilzt bei einer Temperatur von ca. 41° C und ist wasserunlöslich, d.h. nun für uns, dass wir für die Reinigung der Wolle ein Waschmittel benötigen, das dieses Wachs nun mit dem Wasser verbindet, so dass die Wolle dann davon befreit ist. Um das Wollwachs aber zu gewinnen, erhitzt man die Wolle sehr lange und drainagiert das Wollfett ab. Fällt dieses Wachs dann aus, so hat es eine gelbe Farbe, fühlt sich an wie eine Salbe und hat einen typischen Geruch. Das nun gereinigte Wollwachs heißt „Lanolin“ und das seit 1882. Denn da hat Otto Braun dieses Wort für sein Patent in Berlin verwendet. Lanolin war auch eines der ersten Markennamen, die von August Luhn und Co.GmbH 1903 in Bremen verwendet wurde. Also Lanolin ist nun ein Gebrauchsname und ein Markenname, im Grunde könnte man sagen, vor tausenden Jahren war das Wollwachs das Lanolin – man könnte es sozusagen als gegenseitiges Synonym verwenden, wenn es die menschengemachte Verschmutzung nicht gäbe.

Lanolin hat nun ausgezeichnete Eigenschaften für unsere Haut. Schon die Ägypter haben das Wollwachs als Creme für ihr Gesicht verwendet. Auch die Griechen verwendeten Wollwachs. So schrieb der griechische Arzt Pedanlus Dioscorides eine Enzyklopädie medizinischer Substanzen, worin auch Lanolin für seine heilende und die Haut weichmachende Eigenschaft beschrieben wurde.

Lanolin kann sehr leicht in unsere Haut eindringen und hält diese geschmeidig. Es ist aber auch gut lagerungsfähig, da es nicht leicht ranzig wird. Lanolin ist kein Fett sondern zählt zu den Wachsen und kann auch gut Wasser aufnehmen – nämlich das Mehrfache seines Gewichtes und bildet dabei eine Emulsion – das heißt, dass sie nicht miteinander verschmelzen sondern das Wasser zwischen den Wachsteilen eingelagert wird. Die dafür verantwortlichen Bestandteile im Lanolin können aber auch manchmal allergische Hautreaktionen wie z.B. Rötungen und Schwellungen auslösen.

Wer aber das Glück hat, nicht allergisch zu reagieren, kann von den guten Wundheil- und Pflegeeigenschaften profitieren.

Auch zur Lederpflege eignet es sich – da ja Leder nur gegerbte Haut ist.

Wenn wir nun unsere Wollpullover über den Sommer verstauen wollen, so kann ich eine Wollkur empfehlen. Diese Wollkuren enthalten neben schmutzlösenden Seifen auch Lanolin, dass die Wolle wieder weicher und widerstandsfähiger macht. Im Frühjahr den Wollpullover mit einem Wollwaschmittel gewaschen, mit einer Wollkur wieder geschmeidig gemacht und in einem Leinentuch gewickelt und mit einem Mottenschutz versehen – so kann ein Pullover gut den Sommer überstehen. Trotzdem sollte er ab und zu bewegt und ausgeschüttelt werden, damit sich die Motten nicht doch einen Weg in den schönen Pullover beißen.

Es gibt auch Wollimprägnierungen, die v.a. für Wollwindeln gedacht sind. Die so behandelte Wolle ist wasserabweisend.

So begab es sich im Jahre 1856, dass ein junger Tuchmacher ein Geschäft in Hampshire, England, aufmachte. Sein Name wird vielen ein Begriff sein, er hieß Thomas Burberry. Er verkaufte auch seine Waren an die Schäfer in seiner Umgebung. Eines Tages bemerkte er, dass die Umhänge der Schäfer, die aus seinem Tuch geschneidert wurden, also nur jene, die von den Schäfern getragen wurden, im Sommer kühl, im Winter warm und bei Regen wasserabweisend waren. Er kam mit einem der Schäfer ins Gespräch. Der Schäfer meinte, dass wohl die wachserne Substanz auf der Wolle seine Kleidung wasserabweisend gemacht hat. Der Rest ist Geschichte. Heute zählt Burberry wohl zu den bekanntesten Marken Englands.

Für jene, die sich wirklich mit den chemischen Eigenschaften von Lanolin auseinandersetzen möchten, habe ich die Veröffentlichung von pubmed und science.gv in die shownotes hineingestellt. In diesen Veröffentlichungen sind auch weitere chemische und pharmakologische Studien verlinkt.

Und wie wird nun Lanolin aufgereinigt? Darüber gibt uns die Deutsche Lanolin-Gesellschaft einen Einblick. Zuerst wird nun das Wollwachs mit verdünnter Salz- bzw. Phosphorsäure ausgekocht. Dabei werden die Seifen und auch säurelöslichen Verunreinigungen von den Fettsäuren gelöst. Nach dem Auskochen trennt sich das Wollwachs von den anderen Substanzen. Die anderen Substanzen werden nun abgesaugt und das Wollwachs wird so lange mit Wasser gespült, bis es wieder im neutralen pH-Bereich ist. Im zweiten Schritte werden nun die freien Fettsäuren mit Natronlauge entfernt. Anschließend wird die daraus entstandene Substanz mit Alkohol aufgelöst und wieder zum Kochen gebracht. Daraufhin erfolgt beim Erkalten wieder eine Auftrennung in Wachs und Flüssigkeit, wobei die Flüssigkeit wieder abgesaugt wird. Danach muss das Wachs wieder gewaschen und anschließend getrocknet werden. Auch für die Trocknung gibt es eigene Verfahren.

Anschließend werden noch Seifenreste entfernt – wobei wieder mit Alkohol  gelöst wird und diese Seifenreste mithilfe einer Aktivkohle abgetrennt und anschließend gefiltert. Nach anschließender Bleichung, damit das Lanolin hübscher ist, und einer Trocknung  müssen noch Pestizidrückstände mittels Destillation entfernt werden.

Danach wird das Ergebnis analysiert – eventuell müssen einzelne Schritte noch einmal durchlaufen werden. Nach einer Filtration ist das Lanolin für pharmazeutische und kosmetische Zwecke verwendbar.

Der Einsatz von Lanolin in diesem Bereich ist noch lange nicht ausgeschöpft. So zeigt uns eine aktuelle Studie, sie wurde in plos one veröffentlicht, dass eine Vaseline-Lanolin-Mischung ausgezeichnete, langanhaltende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften hat. Diese Mischung kam in der Coronakrise in den Kliniken zum Einsatz, wo Menschen, die in der Pflege beschäftigt sind, über mindestens 4 Stunden pro Tag Handschuhe tragen und deren Hände ständig mit Desinfektionsmittel in Berührung kamen. Durch den Einsatz dieser Vaseline-Lanolin-Mischung konnten die Hautirritationen wesentlich vermindert werden.

Was ist nun aber mit den Allergien? In einer Studie, die in der National Library of Medicine veröffentlicht wurde, reagierten ca. 28 % der Probanden auf eines der Lanolinalkohole. Wobei eine andere Studie in derselben National Library of Medicine diese Allergie auf einen Mythos zurückführt, der von der pharmazeutischen Allergietestindustrie aufgebracht wurde. Eine weitere Studie führt die allergische Reaktion auf die Chemikalien zurück, die während des Reinigungsprozesses verwendet werden.

Ob es nun eine Lanolinallergie gibt oder nicht, leider kann ich euch das nicht sagen, aber was man als Wollproduzent – egal ob privat oder geschäftlich – tun muss, ist, dass man beim Verschenken und Verkaufen darauf hinweisen muss, dass eine natürlich und ökologisch verarbeitete Wolle auch Lanolin noch enthält. Erst durch den Einsatz von Chemikalien und einer anschließenden Analyse kann man sicher gehen, dass absolut kein Lanolin mehr in der Wolle ist.

Mein Tipp: macht euch kleine Armbänder mit der Wolle, tragt diese einige Tage und Nächte und schaut, wie die Haut reagiert. Sollt die Haut rot werden, anschwellen, jucken, heiß werden oder sich kleine Bläschen bilden, so verwendet diese Wolle nicht! Greift zu anderen Wolllieferanten, wie Alpaka oder Hunde oder Kaninchen oder eben kauft die Industriewolle.

zu Besuch bei: Handwerksmuseum Murau

Was hat ein Handwerksmuseum mit sustainable living zu tun?

Eingang des Museums

Letzte Woche habe ich ja einen kleinen Urlaub genommen und so waren wir in unserer zweiten Heimat in St. Lambrecht über die Feiertage. Das Wetter war herrlich und mein Flachsfeld liebt St. Lambrecht offenbar auch, denn der Flachs ist dort schon kniehoch. Ich bin schon gespannt, wie hoch der Flachs wird, denn es ist ja noch über einen Monat bis zur Ernte.

In den paar Tagen hab ich wieder an Bertas Flachs weiterspinnen und auch ein bisserl verweben dürfen. Ich hab euch ja von Christianes Projekt „Bertas Flachs“ schon ein wenig erzählt. Christiane von Faser und Faber wird uns aber über ihr Projekt noch einmal genauer berichten.

Diese paar freien Tage habe ich auch dazu genutzt, das Handwerksmuseum in Murau zu besuchen. Es ist sehr leicht zu finden – vom öffentlichen Parkplatz unter dem Stadtzentrum sind es nur sehr wenige Gehminuten bis zum Museum – der Eingang liegt etwas versteckt hinter Mauern, aber ist gut beschriftet. Ich habe davor schon mit Herrn Baltzer Kontakt aufgenommen und so wurden wir von den zwei Damen im Museum sehr liebevoll begrüßt. 

Das Handwerksmuseum Murau

Führungen finden jeweils um 14:00 Uhr und um 16:00 Uhr statt und so kamen wir in den Genuss einer Führung. Die Ausstellung findet auf 3 Ebenen statt und man braucht schon einige Zeit, um sich alles anschauen zu können. Im Erdgeschoß befindet sich die – ich würd sagen – Eisenabteilung. Hier kann man natürlich die Nähe der Region zum Erzabbau und Erzverarbeitung sehen. Es ist auch unglaublich, wie liebevoll die Erz verarbeitenden Handwerker ihre Gerätschaften für den täglichen Gebrauch verziert haben. Allein diese für grobe Tätigkeiten verwendeten Geräte wurden mit zarten, künstlerischen Mustern versehen.

Weiter geht’s dann zur Bäckerei und zum Schuster und zum Schneider – und wir sehen die schönsten und tollsten Werkstücke – absolut einwandfrei und wunderschön gearbeitet. Und plötzlich wird mir bewusst – kein einziges Gerät, keine einzige Arbeit wurde mit Strom betrieben – weder beim Kunstschmied noch beim Tischler. Aber trotzdem war das den Werkstücken nicht anzusehen – ganz im Gegenteil – ich habe selten so gut gearbeitetes Schmiedewerk gesehen – die Drechselarbeiten so liebevoll und so detailreich.

Im ersten Stock befinden sich die Gegenstände des alltäglichen Lebens der Menschen aus Murau. Vom Schaukelpferd über die Stube bis hin zu den Instrumenten. Versteckt im hintersten Winkel gibt es ein Babyjäckchen, so fein gearbeitet, es könnte aus Zwirn sein. Allein beim Anblick des Jäckchens gingen mir die vielen Stunden der Arbeit – vom Spinnen, Verzwirnen bis hin zu dieser wunderbaren Strickarbeit. Ein Meisterstück der Strickkunst nicht mehr aus dem Kopf. Und immer wieder finden sich alte steirische Socken mit liebevollen Mustern mit Namen wie „die ewige Liab“ oder „das Fensterl“.

Mit freundlicher Genehmigung des Museums

Auch eine genähte, schwarze Damenjacke findet sich in einem Schaukasten – ich schätze, sie stammt wohl aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Apropos Damenjacke – im Bereich der Sonderausstellung gibt es eine Damenjacke mit eingearbeitetem Schnürleib – im Stile des Biedermeiers. Die Hüte sind prachtvoll mit Goldverzierungen – mir scheint es sind geklöppelte Goldfäden. Und wieder – winzigste Stiche, feinste Materialien, perfekte Verarbeitung und alles ohne Strom.

Im obersten Geschoß kann man den Bauern quasi beim Arbeiten zuschauen. Von der Flachsverarbeitung über das Nähen bis hin zum Waschen und sogar Bügeln. Die Stube ist herrlich mit einem kleinen Flachsspinnrad eingerichtet. Und wieder alles ohne Strom.

Jetzt denken sicher einige von euch – was will sie immer mit dem Thema „Strom“? Und warum soll ich mir das alte „Krafl“ eigentlich anschauen? Wir habens heute viel leichter mit den neuen Geräten und haben die alte, mühsame Zeit endlich hinter uns gelassen.

Mit freundlicher Genehmigung des Museums

Ja, wirklich? Ist die schöne neue Stromzeit wirklich so super? So sustainable (um ein neudeutsches Wort zu verwenden)? Also, ich spreche nicht davon, dass man es früher leichter gehabt hat und manche Geräte haben wirklich eine Verbesserung gebracht. Ich habe am Wochenende auch die Bauern beim Einbringen des Heus beobachtet, wie der Traktor mit den verschiedenen Anhängern zuerst das Heu geschlichtet hat und dann zu Rollen gedreht hat. Das war früher wirklich eine viel härtere Arbeit, die viele Hände gebraucht hat – obwohl es auch jetzt eine wirklich harte Arbeit ist, wenn man bei knapp 35 Grad im Traktor sitzen muss, um das Heu trocken einbringen zu können.

Aber es gibt auch Tätigkeiten, die früher genauso gut, mit dem gleichen Aufwand gemacht wurden, wie wir heute mit unseren Stromgeräten machen. Bügeln zum Beispiel oder Staubsaugen. Meine Tante hatte zwar auch einen Staubsauger, der kam aber sehr selten zum Einsatz – sie hatte lieber die rollenden Teppichbürsten. So eine Teppichbürste hab ich mir nun auch besorgt und was soll ich sagen? Sie ist effizienter, bürstet den Teppich sogar fast besser – man braucht keinen Strom, keine Beutel und sie ist leichter zu verstauen. Wie viel schwerer die Arbeit dabei ist? Gar nicht – sie ist sogar leichter. Natürlich werde ich für den Feinstaub den Staubsauger verwenden – aber nicht mehr jeden Tag, sondern vielleicht nur mehr einmal im Monat. Das ist besser für unsere Lungen, für die Feinstaubbelastung und auch für die Umwelt. Naja – ich allein werde damit den Stromverbrauch nicht verringern, aber wenn alle österreichischen Haushalte sich so umstellen würden, würde man das schon merken.

In Anbetracht der Energieknappheit – besonders der Stromknappheit werde ich nun meinen Haushalt auf Strom vermeidend umstellen. Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich schon seit Jahrzenten eine kleine Prepperin und eine Stromvermeiderin bin. Prepper – was das ist? Das ist die Vorsorge für Krisenfälle – also, wenn der Strom zB ausfällt und man im Supermarkt evtl über Tage hindurch nichts mehr bekommt – aber auch im Krankheitsfall, wenn man nicht aus dem Haus kann oder darf. Auch kann man seine eigenen Früchte aus dem Garten einrexen, einlagern bzw einfrieren, so dass man heimisches Obst das ganze Jahr über hat und keine spanischen Äpfel kaufen muss.  Auch wenn das Einfrieren nun auch Strom verbraucht, so ist es aber besser als Früchte quer über den Kontinent zu verbringen. Ja auch wenn man keinen Garten hat, kann man heimisches Obst beim Obstbauer kaufen und aufbewahren.

Das Programm fibershed ist toll, sollte aber auf alle Bereiche in unserem Leben umgelegt werden. Früher hatten wir viele Methoden, um Nahrung haltbar zu machen. Letzten Endes haben wir durch die „schöne neue Welt“, die ertragreichen Nachkriegsjahre und dem Irrglauben an eine Welt, die durch Computertechnik uns die Arbeit abnimmt, unser altes Wissen aufgegeben. Wer hätte auch damals gedacht, dass Hackerangriffe, ein Krieg, eine Pandemie und auch die Forderung nach massenhaften elektrobetriebenen Autos und Geräten die Stromversorgung gefährdet?

Werden wir im Winter einen Blackout bekommen – oder eventuell früher? Ich weiß es nicht. Ich kann euch auch gar nicht sagen, ob diese Befürchtungen begründet sind. Was ich aber weiß, ist, dass wir schleunigst unser Konsumverhalten ändern müssen, um unseren Planeten zu retten. Wir müssen beim Einkaufen nachdenken – es kann nicht sein, dass wir eine Plastikpackung für Palatschinken kaufen, wo wir noch Eier und Milch hinzufügen müssen, wenn mir Mehl in einem Papiersackerl zu Hause haben. Es kann nicht sein, dass wir Obst und Gemüse aus Übersee kaufen, wenn wir den Gemüse- und Obstbauern ums Eck haben – dabei sprech ich vor allem von dem Problem der Äpfel in den Supermärkten.

Und was wir beim Einkaufen tun sollten, um uns selbst zu retten, sollten wir auch mit den Geräten tun. Brauche ich wirklich immer ein strombetriebenes Gerät? Muss ich alles bügeln? Muss ich immer mit dem Auto fahren? – Wo macht es Sinn und wo sind wir einfach von der Industrie verblendet worden? Bitte versteht mich recht, es ist kein Aufruf, so zu leben wie vor 200 Jahren. Es ist ein Aufruf, genauer hinzuschauen, nachhaltiger zu leben – eben nachzudenken, was für jeden selbst Sinn macht.

Und was hat das genau nun mit dem Handwerksmuseum zu tun? Wir wissen oft gar nicht mehr, dass es nachhaltigere Möglichkeiten gibt. Wir kennen die alten Techniken nicht mehr. Das Handwerksmuseum ist kein Ort, wo Menschen altes „Gedankengut“ wiederaufleben lassen, sondern eine Bibliothek für Nachhaltigkeit und Wissen und sollte für uns alle von höchstem Interesse sein. Nur wer alte Techniken versteht, kann diese in unserer heutigen Zeit übersetzen, um neue, nachhaltigere Methoden zu entwickeln.

Neu im März

dej_woîn als Podcast

Am 1. März ging der Podcast zu dej_woîn on air. Er handelt über die Steiermark, die Wolle, ihre Produzenten und deren Besitzer und über Betriebe, Künstler und Kunsthandwerker der Region.

Außerdem gibt es noch so einige kuriose und wissenswerte Geschichten. Erhältlich über spotify und itunes.

dej_woîn im blog

Echt steirisch!

dej_woîn im blog

Bald ist es soweit. Die Maschine für die Wollwäsche ist nach langen Monaten geliefert und angeschlossen worden und nun fiebere ich meiner neuen Tätigkeit entgegen. Was bisher mit der Hand erfolgt ist, darf für den Verkauf laut EU-Richtlinie nur mit speziellen Maschinen getätigt werden. Ich habe nun mein über die letzten Jahre erworbenes Wissen über die Wollwäscherei für die Programmierung der Maschine eingesetzt und bin guten Mutes, dass dies zu einem sehr schönen Ergebnis führen wird.

Die erste Verarbeitung in betrieblicher Hinsicht wird die schöne Wolle der Lacaune-Ostfriesen-Mischlinge vom Hof Reiterbauer aus Kumberg werden. Ich freu mich schon auf diese seltene Wolle.